Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt

Ein Mann sitzt mit seinem Laptop unter einer Glasglocke, während Buchstaben auf ihn herabfallen.

© alphaspirit

(Stichtag für die Skizzeneinreichung: 16.01.2015)


Einreichung von Skizzen und Anträgen

Damit Sie Ihre Skizze korrekt beim Projektträger einreichen, beachten Sie bitte, dass es sich bei der Bekanntmachung "Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt" um ein zweistufiges Antragsverfahren handelt:

1. Stufe: Einreichung einer Skizze bis spätestens zum 16.01.2015

Zunächst sind Projektskizzen in elektronischer Form im Einreichungsportal des Projekts "Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt" in deutscher Sprache vorzulegen. Bei Verbundprojekten sind die Projektskizzen in Abstimmung mit dem vorgesehenen Verbundkoordinator vorzulegen.

Für weitere Informationen zum Aufbau der Skizzen und zu Bewertungskriterien beachten Sie bitte die vollständige Bekanntmachung „Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt.

2. Stufe: Einreichung des Förderantrags

Die Einreichung eines Förderantrages erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Wenn eine Projektskizze zur Förderung ausgewählt wird, werden die jeweiligen Projektpartner aufgefordert, einen förmlichen Förderantrag einzureichen. Die Erstellung von förmlichen Förderanträgen soll durch die Nutzung des elektronischen Antragssystems "easy-Online" erfolgen. Ein entsprechender Link wird dann an dieser Stelle zur Verfügung gestellt.

Die VDI/VDE-IT als zuständiger Projektträger für das BMBF steht Ihnen gern für weitere Auskünfte zur Verfügung.

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Projektträger Kommunikationssysteme; IT-Sicherheit
Dr. Stefan Weber
Steinplatz 1
10623 Berlin
Telefon: 030 310078-497
Telefax: 030 310078-247

E-Mail:

Auszüge aus der Bekanntmachung "Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt": 

Zuwendungszweck

Das Internet hat sich in den letzten 20 Jahren weltweit zum zentralen Kommunikationsmedium unserer global vernetzten Gesellschaft entwickelt. Im Zuge dieser Entwicklung sind weltumspannende soziale Netzwerke entstanden, mobile Apps erlauben das Auffinden von Personen und Orten, Online-Spielen oder den Austausch großer Datenmengen von nahezu jedem Ort der Welt aus.

Diese Kommunikation hinterlässt digitale Spuren, die vielfach in Kauf genommen werden müssen, um die Dienste nutzen zu können. Die enthaltenen personenbeziehbaren oder sogar personenbezogenen Informationen werden oft ohne Wissen der Betroffenen und ohne Möglichkeit zur Einflussnahme genutzt. Diensteanbietern oder anderen Interessenten ist es auf diese Weise möglich, Profile der Nutzerinnen und Nutzer zu erstellen. Durch die Verknüpfung von Informationen können so tiefgehende Einblicke in das Leben von Betroffenen erlangt werden, mit möglicherweise negativen Konsequenzen. Oft können die Betroffenen das nicht erkennen oder steuern. So können beispielsweise Nachteile bei Versicherungs- oder Kreditabschlüssen die Folge einer Profilbildung sein oder schlechtere Voraussetzungen bei der Stellen- und Wohnungssuche bestehen. Neue, intelligente Methoden für die Bearbeitung großer Datenmengen (Big Data) verschärfen dieses Problem weiter.

Diese Entwicklungen sind eine Bedrohung der Datenschutzgrundrechte und ein tiefgehender Eingriff in die Privatsphäre jedes Einzelnen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung beabsichtigt daher, die Erforschung neuer Ansätze und die Entwicklung zukunftsfähiger Lösungen für die Selbstbestimmung in der digitalen Welt zu fördern. Ziel dieser Bekanntmachung ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass verbesserte Möglichkeiten für den selbstbestimmten Umgang mit sensiblen Daten für Bürgerinnen und Bürgern erforscht und entwickelt werden. Dies ist eine gemeinsame Aufgabe von Staat, Wissenschaft und Wirtschaft. Durch das Bereitstellen wirksamer Schutzmechanismen ergeben sich wirtschaftliche Chancen für deutsche Anbieter innovativer Lösungen. Die Forschung leistet damit auch einen Beitrag zur Erhaltung und Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands.

Gegenstand der Förderung

Gegenstand der Förderung sind wirksame und alltagstaugliche Ansätze für den Selbstdatenschutz in der digitalen Welt, um die informationelle Selbstbestimmung nachhaltig zu verbessern.

Selbstdatenschutz bezeichnet die durch die Einzelne oder den Einzelnen zum Schutz der persönlichen Daten eingesetzten Maßnahmen, für die somit auch die Verantwortlichkeiten bei der einzelnen Person liegen. Dazu gehören technische, organisatorische sowie rechtliche Maßnahmen. Sie können einerseits auf die Vermeidung der Herausgabe personenbezogener Informationen im Sinne einer Datensparsamkeit zielen. Andererseits werden Technologien wie Verschlüsselung, Anonymisierung und Pseudonymisierung eingesetzt, um sensible Informationen vor Missbrauch durch Dritte zu schützen. Bisherige Ansätze zum Selbstdatenschutz konnten sich noch nicht in der Breite durchsetzen, u. a. aufgrund mangelnder Alltagstauglichkeit.

Es besteht daher Forschungsbedarf hinsichtlich innovativer und alltagstauglicher Lösungsansätze, Technologien und komplementärer Maßnahmen, welche Laien auch im privaten Kontext erst befähigen, die Datenschutzrisiken besser einzuschätzen. Weitergabe und Nutzung von Daten müssen dafür verständlich und nachvollziehbar dargestellt werden und die Daten vor Zugriffen geschützt werden. Relevante Anwendungsszenarien liegen dabei u. a. in der Kommunikation via Internet und sozialer Medien sowie im eCommerce. Insbesondere die mobile Nutzung des Internets ist heute noch mit einem erhöhten Nutzungsrisiko belastet.

Im Rahmen der Förderbekanntmachung werden vorzugsweise interdisziplinäre Verbünde, in begründeten Ausnahmefällen auch Einzelvorhaben gefördert, die innovative Konzepte oder Ansätze der digitalen Selbstbestimmung und des Selbstdatenschutzes erforschen und entwickeln. Die Konzepte und Lösungen sollten in einen konkreten Anwendungsbereich eingebettet und die Akzeptanz innerhalb der adressierten Anwendergruppen dargestellt werden. Die Vorhaben müssen mindestens eines der folgenden Schwerpunktthemen adressieren:

  • Nachvollziehbarkeit verbessern: Die Möglichkeit, Datenverarbeitungsvorgänge nachzuvollziehen ist in vielen Anwendungen und Diensten nur rudimentär vorhanden. Um die Vertrauenswürdigkeit zu erhöhen und die Einflussmöglichkeiten des Einzelnen zu stärken, sollen Lösungen geschaffen werden, welche die Transparenz bei der Verarbeitung personenbezogener Daten für die Nutzerinnen und Nutzer auf einfache Art und Weise gewährleisten. Im Fokus stehen technische, organisatorische bzw. rechtliche Möglichkeiten, wie das Nachvollziehen an Dienstleister oder Einzelpersonen delegiert werden kann, um Nutzerinnen und Nutzer zu entlasten.
  • Risikobewertung ermöglichen: Die Gefahren beim Einsatz von IKT lassen sich oftmals nicht direkt wahrnehmen. Daher werden der Schutzbedarf sowie die möglicherweise weitreichenden Konsequenzen der Datennutzung durch Dritte oft unterschätzt. Um den Handlungsbedarf für den Selbstdatenschutz sichtbar zu machen, sollen neue Ansätze zur besseren Einschätzung von Datenschutzrisiken auch durch Laien erforscht werden.
  • Alltagstaugliche Anonymisierung und Pseudonymisierung schaffen: Bei der Nutzung von Internet-Diensten, wie z. B. Suchmaschinen, entstehen oft ungewollte Datenspuren. Durch die Entwicklung benutzerfreundlicher Anonymisierungs- und Pseudonymisierungstechniken und durch die Berücksichtigung von Grundsätzen der Datensparsamkeit sollen Datenspuren vermieden und die Möglichkeiten zur unerwünschten Bildung von Profilen eingeschränkt werden. Dabei ist zu betrachten, welche Konsequenzen sich daraus für die Geschäftsmodelle im Internet ergeben.
  • Vertraulichkeit unterstützen: Um im Internet vertraulich kommunizieren zu können und sensible Informationen zu schützen, können Verschlüsselungsverfahren eingesetzt werden. Deren wirksame Anwendung erfordert u.a. die Aushandlung kryptographischer Schlüssel sowie die Anbindung an Vertrauensinfrastrukturen. Es sollen daher alltagstaugliche und breit einsetzbare Verfahren zur Unterstützung einer vertraulichen Kommunikation und Datenhaltung entwickelt werden, welche auch für Laien nutzbar sind.

Die Relevanz der Lösungskonzepte sollte sich durch die entsprechende Beteiligung von Unternehmen deutlich in der Verbundstruktur widerspiegeln. In der Technologieentwicklung sind ethische, rechtliche, sozialwissenschaftliche und wirtschaftswissenschaftliche Implikationen sowie potenzielle Entwicklungen der Netzkulturen zu berücksichtigen. Möglich sind in Einzelfällen auch Einzelvorhaben, welche auf die Erforschung wissenschaftlicher Grundlagen für spätere Anwendungen abzielen. Die skizzierten Lösungen müssen deutlich über den aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik hinausgehen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Ansprechpartner Datenschutz: selbstbestimmt in der digitalen Welt

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Dr. Stefan Weber
Steinplatz 1
10623 Berlin
Tel. 030 31 00 78-497
Fax. 030 31 00 78-247

Kontakt

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Steinplatz 1
10623 Berlin
Tel. 030 31 00 78-135
Fax. 030 31 00 78-247