Mai 2010

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Liebe Leserin, lieber Leser,

eine ereignisreiche Zeit liegt hinter uns. Deutschland hatte – und hat weiterhin, wenn auch unter vielleicht etwas besseren Vorzeichen – mit einer wirtschaftlichen Krise historischen Ausmaßes zu kämpfen, die gerade die innovativen, exportorientierten Sektoren besonders getroffen hat. Regierungen auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene sind mit der Herausforderung konfrontiert, die wirtschaftliche Erholung mit innovationspolitischen Maßnahmen zu begleiten und zu befördern.

Ambient Assisted Living – Unterstützungssysteme für ein selbstbestimmtes Leben im Alter – prägt als ein herausragendes Innovationsfeld die Arbeit der VDI/VDE-IT seit Jahren. Hartmut Strese macht mit einfachen, nachvollziehbaren Marktpotenzialanalysen deutlich, dass hier ein Marktvolumen im Milliardenbereich darauf wartet, von Dienstleistungs- und Technologieunternehmen erschlossen zu werden. Kernbereiche sind dabei wohnbegleitende, pflegerische und telemedizinische Dienstleistungen sowie die für diese Dienstleistungen notwendigen technischen Systeme.

Sauberes und verlässlich verfügbares Wasser – blanke Selbstverständlichkeit oder Thema für Hochtechnologien? Miriam Kreibich und Matthias Barjenbruch zeigen Potenziale der Mikrosystemtechnik auf, die dazu beitragen können, dass dieses wichtigste Lebenselixier auch in Zukunft in der notwendigen Qualität und Quantität zur Verfügung steht. Dies gilt ganz besonders in Entwicklungsländern und Katastrophengebieten, wie die aktuelle Situation etwa in Haiti dramatisch vor Augen führt. Zuverlässige, robuste, einfach zu bedienende und wartungsarme Anlagen zur Wasseraufbereitung sind hier im Wortsinne lebensnotwendig.

Was haben Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer mit Wissenschaftskommunikation zu tun? Das wird nicht hier, sondern im Beitrag von Alexander Grieß verraten. Schon hier soll allerdings deutlich dafür plädiert werden, dass Wissenschaftskommunikation nicht als ‚schmückendes Beiwerk’, sondern als notwendiges Element eines demokratischen, bürgerschaftlichen Diskurses über Forschung, Technologie und Innovation betrachtet werden sollte. Nur wenn erkennbar wird, welchen Beitrag Wissenschaft und Forschung für Individuum, Gesellschaft und Kultur in ganz konkreten Fällen leisten, sind öffentliche und private Aufwendungen in diesen Bereichen auf einer sachlich angemessenen und belastbaren Grundlage zugänglich für eine solche Reflexion und Diskussion.

Deutschland liegt auf dem vorletzten Platz unter 18 vergleichbaren Industrienationen, was die Zahl der Unternehmensgründungen und -neigungen angeht (Global Entrepreneurship Monitor 2009). Solche Meldungen passen – leider – zu dem Bild, das sich in vielen Köpfen zum Thema ‚Gründerland Deutschland’ verfestigt hat. Volker Wiedemer setzt dem entgegen: Es geht nicht nur um Masse, sondern auch um Klasse. Unternehmen sollten nicht nur gegründet werden, sondern auch die Gründungsphase überleben. In dieser Hinsicht stellt sich die Lage in Deutschland – speziell im Hochtechnologiebereich – erfreulich anders dar als hinsichtlich der Zahl der Gründungen: Die Schließungsraten sind im internationalen Vergleich gering, die einmal gegründeten Unternehmen überleben also in Deutschland länger als anderswo.

Wie in jedem ips-Newsletter stellen auch hier Autorinnen und Autoren ihre subjektive Sicht der Dinge vor. Dies mag Ihnen aus der Seele sprechen oder Ihren Widerspruch herausfordern. Beides war auch in der Vergangenheit der Fall, weshalb wir uns über viele im besten Sinne kritische Rückmeldungen freuen konnten. Es wäre schön, wenn wir auch dieses Mal mit der einen oder dem anderen von Ihnen zu diesen Themen ins Gespräch kommen würden.

Viel Freude beim Lesen und interessante Diskussionen wünschen Ihnen

Ihr

Dr. Ernst Andreas Hartmann & Dr. Gerd Meier zu Köcker


Inhalte der Ausgabe Mai 2010

1) Ambient Assisted Living - ein zu hebender Schatz für Dienstleister
Dr. Hartmut Strese

2) Wasser. Tröpfchen für Tröpfchen Qualität
Miriam Kreibich, Prof. Dr. Matthias Barjenbruch

3) Forschung braucht Kommunikation!
Alexander Grieß

4) Es gilt: Qualität vor Quantität - auch bei Unternehmensgründungen
Volker Wiedemer

Created by ahrensheimer
Last modified 26.05.2010 05:38 PM