August 2012

Liebe Leserin, lieber Leser,

nicht wenige glauben, dass privatwirtschaftliche, durch Markt und Wettbewerb gesteuerte unternehmerische Aktivitäten zu wirtschaftlicher Freiheit und ökonomischer Effizienz führen und damit Wohlstand und soziale Sicherheit der Bürger gewährleisten. In den letzten Jahrzehnten wurden folglich viele bis dahin staatliche Leistungen privatisiert. Nicht immer mit dem gewünschten wirtschaftlichen Erfolg. Welche Folgen die Privatisierung neben den ökonomischen haben kann, treibt Marc Bovenschulte um. Er sorgt sich um die „Nächstenliebe in Zeiten der Privatisierung“.

Als sehr vielversprechendes wirtschaftspolitisches Instrument gilt die Förderung von Innovations- und Technologieclustern. Noch sind die auf Evaluationen der Clusterstrategien angewendeten Konzepte uneinheitlich und mit methodischen Problemen behaftet. Sonja Kind ist dennoch optimistisch und schlägt ein multidimensionales Evaluationsmodell vor. Wie genau das funktioniert, lesen Sie in ihrem Artikel „Cluster und Netzwerke zu evaluieren ist unmöglich! Oder?“.

Aus leeren Getränkekartons werden Lampen, ausgediente Paletten zu Strandliegen und Gartenregalen. Wenn aus vermeintlichem Müll etwas Neues, qualitativ Besseres wird, dann ist Upcycling im Spiel. Dass dafür aber mehr als nur neue Produktionsprozesse notwendig sind, zeigt Sabine Globisch in ihrem Artikel „Upcycling oder Vom Verhältnis zwischen Einstellung und Verhalten“.

Gut. Nicht spitze. Nicht herausragend. Nicht erstklassig. Einfach nur gut. Aber reicht das in den heutigen Zeiten, wo ein Platz unter den besten vier Mannschaften Europas der deutschen Fußballnationalmannschaft schon als „Pleite“ angerechnet wird? Was ist mit all denen, die „nur“ Mittelmaß sind? Die es nicht einmal ins Turnier, geschweige denn in eine der Nationalmannschaften geschafft haben? Ihnen bleibt als Trost, dass eine Spitze immer auch eine Basis und einen Mittelbau braucht – und die Hoffnung, dass es beim nächsten Mal vielleicht doch klappt, mit dem Platz an der Spitze. In seinem in Zusammenarbeit mit Rother & Pechstein verfassten Artikel „Keine Stärken, keine Schwächen und jetzt?“ zeigt Volker Wiedemer Wege auf, wie Regionen gestärkt werden können, die nicht mit expliziten Highlights punkten können, aber auch keine gravierenden Schwächen aufweisen: Mit viel Arbeit und Beharrlichkeit.

 

Simone Ehrenberg-Silies und Sandra Rohner



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Ausgabe August 2012