Juni 2006
Liebe Leserin, lieber Leser,
viele Begriffe oder auch scheinbare Erklärungsmuster sind ein aus Sicht der Redenschreiber offenbar unverzichtbarer Bestandteil der politischen Meinungsäußerung – jeder hat sofort eine aktuelle Hitliste von Beispielen vor Augen. Dabei würde auch den modernen Varianten von Catos ceterum censeo eine Überprüfung hinsichtlich Gehalt und Begründung ganz gut tun. Was uns denn der in diesem Sinne verwendete Verweis auf die Wissensgesellschaft vermitteln soll und kann, hinterfragt der erste Beitrag der vorliegenden Ausgabe.
Wir kennen auch eine andere Anmerkung aus vielen Reden, nämlich dass Europa für immer mehr Bereiche die zentrale Entscheidungsebene geworden ist und Deutschland als größtes Mitgliedsland dabei nicht angemessen vertreten sei. Man mag sich über Eurobürokratie in dem einen oder anderen Fall zu Recht beklagen, aber viele Fehlentwicklungen gehen auch einher mit einem unzureichenden Engagement deutscher Akteure. Eine aktuelle Abstinenz deutscher Unternehmen zeigt der Beitrag über die Ziele der Corporate Social Responsibility auf.
Ein Gegenbeispiel bietet der dritte Beitrag: die großen Chancen für eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch gezieltes unternehmerisches Handeln beim effizienten Materialeinsatz greift eine Initiative der deutschen Regierung auf. Hier soll ein Beispiel für die „Dividende“ einer seit vielen Jahren im internationalen Vergleich führenden Umweltpolitik Deutschlands vorgestellt werden.
Unter dem Aspekt der Forschungsökonomie stellte sich schon länger die Frage: Können wir uns völlig losgelöst voneinander separate FuE-Stränge und Ressourcen (Finanzen und Akteure) für zivile und militärische Forschung überhaupt noch erlauben? Sicherlich brauchen wir eine Diskussion über ein auf europäische Verhältnisse angepasstes Modell des in den USA praktizierten „dual use“, damit sich die erwünschten volkswirtschaftlichen Effekte auch einstellen. In Deutschland hat mancher ein Problem mit der Forschung für Sicherheit, nicht nur im Sinne klassischer militärischer Forschung. Das zeigt vielleicht auch die in der deutschen Sprache nicht gegebene Differenzierung zwischen „safety“ und „security“. In diese lange beinahe zur „political correctnes“ gehörende Trennung beider Sicherheitsforschungsbereiche ist nun etwas Bewegung gekommen.
In der vorliegenden Ausgabe wird aus den vielen Diskussionslinien um das Thema Sicherheit eine technologische Frage herausgegriffen. Das kann dem Themenkomplex natürlich nicht annähernd gerecht werden, weshalb sich bereits weitere Zwischenrufe und Diskussionsbeiträge ankündigen. Genau das ist es, was der IPS Newsletter anregen soll...
Eine hoffentlich stimulierende Lektüre wünschen Ihnen
Peter Dortans Dr. Werner Wilke
Inhalte der Ausgabe Juni 2006
1) Was ist die Basis der Wissensgesellschaft?
Von Dr. Marc Bovenschulte
2) Mehr deutsche Untenehmen in die gesellschaftliche Verantwortung
Von Dr. Christiane Kerlen
3) Impulsprogramm Materialeffizienz: Materialverluste belasten die Wettbewerbsfähigkeit der KMU
Von Dr. Wolfgang Domröse
4) MST - ready for safety and security
Von Dr. Werner Wilke
Download der Ausgabe Juni 2006 als pdf (538k)
Last modified 28.06.2006 11:35 AM
