März 2009

Document Actions

Liebe Leserin, lieber Leser,

mit dieser Ausgabe tritt das ips erstmals als Publikation des Instituts für Innovation und Technik (iit) der VDI/VDE-IT auf. Das iit wurde gegründet, um langjährig entwickelten und bewährten Tätigkeitsfeldern der VDI/VDE-IT ein eigenes ‚Gesicht’ zu geben. Hierzu gehören Studien und Analysen, Innovationsbegleitung und Begleitforschung zu technologie- und innovationspolitischen Programmen und Initiativen sowie Dialogprozesse und –foren zu technologie- und innovationspolitischen Themenfeldern. Ein solches Dialogforum ist das ips und deshalb gehört es zum iit. Sonst ändert sich für Sie eigentlich nichts.

Die Abwrackprämie beschert den Autohändlern unverhofften Zulauf. Simone Ehrenberg-Silies fragt sich dennoch, ob die mit einer solchen Prämie möglichen ökonomischen und ökologischen Steuerungseffekte in vollem Umfang realisiert wurden. Sie vermisst deutlichere innovationsstimulierende Akzente, wie sie etwa durch eine Staffelung der Prämie hätten gesetzt werden können. In Italien ist beabsichtigt, hybrid-, elektround gasbetriebene Fahrzeuge stärker zu fördern. Auch die ohnehin geplante Abgasnorm Euro 5 hätte sich – statt der in der geltenden Regelung zu Grunde gelegten Euro 4 – als ambitioniertere Zielsetzung der Förderung angeboten. Alfons Botthof spannt den Bogen noch etwas weiter und sucht nach Möglichkeiten, eine unmittelbare Konjunkturstützung mit mittel- bis längerfristigen Wachstums- und Innovationsimpulsen zu verbinden. Hierfür bieten sich Maßnahmen an, die auf eine intensivere Verbreitung und ökonomische Verwertung von bereits vorliegenden oder absehbar zu erwartenden F&E-Ergebnissen abzielen. ‚First User Actions’ oder Projekte mit Demonstrationscharakter können gerade für KMU den Einstieg in die Umsetzung und Verwertung neuer technologischer Lösungen erleichtern. In diesen Kontext gehört auch die Technologietransformation: Die Suche nach neuen, ursprünglich nicht intendierten Anwendungsfeldern für Technologien, die sich anderswo bereits bewährt haben. Vor dem Hintergrund der aktuellen Strategien und Programme zur Krisenbewältigung stellt Volker Wiedemer zwei Themenfelder heraus: Die europäische Koordination von Konjunkturprogrammen und die nationale wie europäische Forschungspolitik. Gerade angesichts der Schwäche des amerikanischen und anderer globaler Märkte wäre eine Stimulierung des EU-Binnenhandels wünschenswert. Die Konjunkturprogramme der europäischen Länder scheinen aber eher auf nationalen Protektionismus abzuzielen. Für eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit wird es jedenfalls darauf ankommen, am 3 % - Ziel gerade in Krisenzeiten festzuhalten. Cluster – Netzwerke von Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen und sonstigen Organisationen – sind aus der Wirtschafts- und Technologieförderung kaum noch wegzudenken. Aber führen alle Clusterstrategien zum Ziel? Claudia Buhl moniert die Reibungsverluste durch mangelnde Abstimmung zwischen fördernden Institutionen und die Vernachlässigung von ‚bottom-up’, also aus den vernetzten Partnern selbst heraus wachsenden Initiativen bei der ‚top-down’ Definition von Clustern durch politische Instanzen. Dadurch werden Aufmerksamkeit und Ressourcen nicht immer dorthin gelenkt, wo die besten Innovations- und Wachstumsschancen bestehen. Diese ips-Ausgabe beginnt mit dem Auto - und so soll sie auch enden. Manfred Röger zeigt anhand von Mobilitätsdaten, dass bereits bei einer Batteriereichweite von 55 km etwa 60 % der jährlichen Fahrleistung aus dem Stromnetz bestritten werden können. Plug-in-Hybridfahrzeuge der aktuellen Entwicklungsstufe haben also durchaus erhebliches Potenzial, das durch ein Netz an tagsüber verfügbaren ‚Tankstellen’ noch weiter untermauert werden kann. Wichtige Weichenstellungen sind die Standardisierung der Betankungsschnittstellen und die Ausweitung der Solardach-Programme auf Supermärkte und ähnliche ‚Anlaufpunkte’. Dadurch können Impulse der Nationalen Strategiekonferenz Elektromobilität vom November 2008 aufgegriffen und zur Sicherung der deutschen automobilen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit weiterentwickelt werden.

Liebe Leserin, lieber Leser, wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns auf Ihre Meinung zu diesen Themen!


Ihr
Prof. Dr. Ernst Andreas Hartmann & Dr. Gerd Meier zu Köcker


Inhalte der Ausgabe März 2009

1) Die Abwrackprämie - Cui bono?
Simone Ehrenberg-Sillies

2) Innovationsverhalten von KMU durch Transformations- und Adaptionsprojekte stärken
Alfons Botthof

3) Wege durch die Krise: Die deutsche Konjunktur- und Forschungspolitik auf dem Prüfstand Dr.Volker Wiedemer

4) Bremst Clusterpolitik die Entwicklung von Clustern?
Claudia Buhl

5) Hybrid-Elektroauto: Der erste Schritt, das Klima zu schützen und den Automobilstandort zu sichern
Manfred Röger
Created by admin
Last modified 30.03.2009 11:07 AM