Customer Journey Design
Wenn Sie verstehen wollen, wie Ihre Kund:innen bzw. Nuter:innen mit Ihrem Produkt oder Dienstleistung interagieren.

Nataly-Nete/Adobe Stock
Wenn Sie verstehen wollen, wie Ihre Kund:innen bzw. Nuter:innen mit Ihrem Produkt oder Dienstleistung interagieren.
Bereich: Zielgruppenanalyse
Dauer: 3,5 bis 4 Stunden
Ideale Gruppengröße: 3 bis 12 Personen
Moderationsniveau: mittel
Materialien: unterschiedlich farbige Klebezettel, Stifte, Fläche zur Visualisierung (Pinnwand, Whiteboard, Poster, o. Ä.), Befestigungsmaterial (Magnete, Pinnadeln, Klebeband), Customer Journey Map-Vorlage
Ziel: Analyse und Optimierung der Customer Journey, Ausrichtung der Customer Journey auf die Bedürfnisse der Zielgruppe, um negative Ereignisse für Kund:innen zu vermeiden.
Outcome: Übersicht über Aktivitäten, Anforderungen, Emotionen der Kund:innen sowie Touchpoints entlang der Customer Journey
Beim Customer Journey Design wird der gesamte Prozess der Kund:inneninteraktion aus Sicht der Kund:innen dargestellt, um Gestaltungspotentiale zu identifizieren. Die Customer Journey beschreibt den Prozess von der ersten Wahrnehmung des Produkts oder der Dienstleistung über den Kauf bis hin zum Wiederholen des Kaufverhaltens. Es werden also alle Interaktionspunkte mit den Kund:innen analysiert und visualisiert. Neben Kund:innen kann die Methode auch für Nutzer:innen (User Journey) angewandt werden. Es bietet sich an, die Customer Journey während der Ausgestaltung des Geschäftsmodells zu analysieren, um sicherzustellen, dass ein ideales Kund:innenerlebnis gewährleistet wird. Die Methode kann ebenfalls nach der Markteinführung angewandt werden, um eine bestehende Customer Journey zu optimieren. Ziel des Customer Journey Designs ist es, den Erlebnisprozess auf die Bedürfnisse der Zielgruppe auszurichten, negative Erlebnisse für Kund:innen bzw. Nutzer:innen zu vermeiden und Maßnahmen zur positiven Gestaltung der Customer Journey zu erarbeiten.
Die Customer Journey unterteilt sich in fünf aufeinander folgende Phasen:
1. Awareness: Potentielle Kund:innen werden auf das Produkt oder den Service aufmerksam, ihr Interesse wird geweckt und sie beginnen, sich mit der Lösung zu befassen.
2. Consideration: Das Produkt bzw. der Service wird anhand der Anforderungen der Kund:innen bewertet und evaluiert. Am Ende dieser Phase entscheidet sich der Kunde/die Kundin für die neue Lösung.
3. Purchase: Das Produkt bzw. der Service wird bestellt bzw. gekauft und bezahlt.
4. Service: Das Produkt bzw. der Service wird von den Kund:innen genutzt. Dabei werden sie vom Anbieter der Lösung unterstützt.
5. Loyalty Expansion: Das Produkt bzw. der Service wird verbessert und einzelne Elemente werden verändert oder hinzugefügt. Durch die Anpassung an die sich ändernden Kund:innenbedürfnisse wird die Loyalität der Kund:innen erhöht.
In diesem Workshop wird eine Customer Journey Map erarbeitet. In dieser werden verschiedene Aspekte entlang der fünf Phasen der Customer Journey analysiert und visualisiert. Zunächst geht es darum, die Schritte, die der Kunde/die Kundin in jeder Phase durchläuft zu definieren. Im Anschluss werden diese in anfallende Aktivitäten aufgeschlüsselt. Weiterhin geht es darum, sich in die Kund:innen hinein zu fühlen und für jede Phase ihre Anforderungen und Erwartungen festzuhalten sowie die Erfahrung der einzelnen Kund:innen anhand einer Emotionskurve abzubilden. Im untersten Feld der Customer Journey Map werden die Touchpoints, also die Berührungspunkte der Kund:innen mit dem Angebot abgebildet.
Vorbereitung | 20 Minuten
Für einen Customer Journey Design Workshop muss eine Segmentierung der Zielgruppe in Kund:innengruppen vorliegen. Falls eine entsprechende Unterteilung noch nicht vorliegt, sollte ein Workshop zur Analyse der Kund:innen- bzw. Nutzer:innengruppen, beispielsweise in Form einer Persona-Analyse im Vorfeld durchgeführt werden. Zu jedem Segment sollte eine kurze Beschreibung vorliegen. Diese Beschreibung ist notwendig, damit sich die Teilnehmenden mit der Zielgruppe identifizieren können. Drucken Sie die Customer Journey Map (siehe Vorlage) im Format A1 aus. Für jede Kund:innengruppe wird eine einzelne Customer Journey benötigt. Bereiten Sie für alle Teilnehmenden Post-its und Stifte vor. Sorgen Sie dafür, dass es eine geeignete Fläche (Tafel, Pinnwand, Whiteboard etc.) gibt, auf der Sie die Vorlage aufhängen und die beschriebenen Post-its der Teilnehmenden sammeln können.
Durchführung | 3 – 3,5 Stunden
Tipp: Am besten lassen sich die Phasen der Customer Journey anhand eines Beispiels erläutern. Nutzen können Sie dieses fiktive Beispiel für eine CRM-Software: Eine Vertriebsmitarbeiterin eines Unternehmens ist auf der Suche nach einem CRM- System, um das Kundenmanagement des Unternehmens zu digitalisieren. Während ihrer Suche stößt sie unter anderem auch auf Ihre CRM-Software. Ihr Interesse ist geweckt und sie beginnt sich zu Ihrem Angebot zu belesen (Awareness). Die zur Verfügung gestellten Informationen überzeugen die Mitarbeiterin und sie beginnt, Ihr CRM-System in Betracht zu ziehen. Um sicher zu gehen, dass Ihre Lösung wirklich die richtige ist, evaluiert Sie Ihr Angebot gründlich, vergleicht es mit anderen Anbietern und gleicht es mit den eigenen Anforderungen ab. Schließlich entscheidet Sie sich für Ihre CRM-Lösung (Consideration). Im nächsten Schritt kauft die Mitarbeiterin die Lösung. Die Rechnung lässt sie direkt an die Buchhaltung verschicken (Purchase). Das Vertriebsteam des Unternehmens fängt an, mit der CRM-Software zu arbeiten. Dabei wird häufig der Customer Service per Chat und Telefon in Anspruch genommen, da das Team insbesondere zu Beginn einige Probleme mit der Nutzung der Software hat (Service). Ein halbes Jahr später ist die Lösung fest in den Vertriebsabläufen integriert und das Team ist sehr zufrieden. Besonders gefällt Ihnen, dass die Bedienbarkeit des Systems immer besser wird und regelmäßig neue interessante Features hinzukommen (Loyalty Expansion).
Zunächst sollen die einzelnen Schritte der Journey für die Kund:innen abgebildet werden. Das heißt, dass jede Phase der Customer Journey (Awareness, Consideration, Purchase, Service, Loyalty Expansion) präzisiert und in entsprechende Schritte, die die Zielgruppe durchläuft, unterteilt wird.
Beispiel:
1. Awareness
• Entscheidung für Suche
• Recherche/Suche nach Lösungsmöglichkeiten
• Interesse für Ihr Angebot
2. Consideration
• Vergleich von Angeboten
• Evaluation Ihres Angebots
• Kontaktaufnahme
• Entscheidung für Ihr Angebot
3. Purchase
Bitten Sie die Teilnehmenden die einzelnen Schritte der Customer Journey in der Kleingruppe zu besprechen, auf Post-its zu schreiben und in das entsprechende Feld des Canvas zu kleben.
Tipp: Weisen Sie die Teilnehmenden darauf hin, dass sie in diesem Schritt noch nicht zu sehr ins Detail gehen sollen. Pro Phase sollten maximal vier Schritte definiert werden. Eine Sammlung detaillierterer Aktivitäten erfolgt im nächsten Schritt des Workshops.
Beispiel:
Entscheidung für Suche
Recherche/Suche nach Lösungsmöglichkeiten
Bitten Sie die Teilnehmenden auch hier, die einzelnen Aktivitäten der Kund:innen entlang der Customer Journey in der Kleingruppe zu besprechen, auf Post-its zu schreiben und in das entsprechende Feld des Canvas zu kleben.
Für jeden dieser Aspekte sollen sich die Teilnehmenden entsprechende Maßnahmen überlegen, um die Customer Journey zu optimieren. Die Teilnehmenden sollen also möglichst konkret benennen, was innerhalb des Vorhabens geschehen muss, um eine Customer Journey zu kreieren, die sich nach den Bedürfnissen der Kund:innen richtet.
Diese Maßnahmen werden in der Kleingruppe diskutiert, auf andersfarbigen Post-its
festgehalten und in das entsprechende Feld geklebt.
Tipp: Zur Identifikation von Maßnahmen kann es hilfreich sein, die formulierten Anforderungen nach der „How might we…“ („Wie können wir…?“) Formel umzuwandeln. Wenn beispielsweise die Anforderung „Schnelle Antwort auf Support-Anfragen“ lautet, könnte diese in die folgende Frage umgewandelt werden: „Wie können wir dafür sorgen, dass Support-Anfragen innerhalb von fünf Minuten beantwortet werden?“.
Nach dem Workshop sollten die Ergebnisse möglichst mit Kund:innen validiert werden, um zu überprüfen, ob die identifizierten Anforderungen, Erwartungen und Emotionen tatsächlich der Realität entsprechen und um Feedback zu der vorgesehenen Customer Journey zu erhalten. Die identifizierten Maßnahmen sollten im weiteren Verlauf in konkrete Umsetzungsschritte übertragen und Verantwortlichkeiten für die einzelnen Schritte festgelegt werden. Um die Customer Journey wie geplant umzusetzen, sollten Maßnahmen, Umsetzungsschritte und Verantwortlichkeiten in einer Roadmap festgehalten und der Fortschritt in regelmäßigen Terminen überprüft werden.


