Wenn Sie mit den drei Grundbestandteilen eines guten Pitchs arbeiten wollen und auf einfache Weise überzeugen möchten.
Eckdaten
Bereich: Pitching und Storytelling
Dauer: 1,5 bis 2 Stunden
Ideale Gruppengröße: 3 bis 6 Personen pro Kleingruppe
Moderationsniveau: niedrig
Materialien: unterschiedlich farbige Klebezettel, Stifte, Fläche zur Visualisierung (Pinnwand, Whiteboard, Poster, o. Ä.), Befestigungsmaterial (Magnete, Pinnadeln, Klebeband), Time Timer
Ziel: Entwicklung einer Story auf Basis von drei Kernelementen
Outcome: kurzer, prägnanter Pitch
Methode
Die Heilige Dreifaltigkeit von Daniel Finger ist das kompakteste Modell, um eine Botschaft glaubwürdig zu vermitteln. Die Kernaussage ist das Herzstück des Pitchs und besteht aus einer kompakten, unmissverständlichen Aussage. Hier wird das Vorhaben in ein bis zwei Sätzen auf den Punkt gebracht. Eine Anekdote ist eine Geschichte, die die Emotionen der Zuhörenden anspricht. Eine Zahl oder Studie untermauert die Kernaussage mit überzeugenden Fakten.
Vorgehen
Vorbereitung | 20 Minuten
Bereiten Sie im Vorfeld am besten schon die Arbeitsplätze der Teilnehmenden vor. Nutzen Sie hierfür eine geeignete Fläche, wie beispielsweise ein Whiteboard oder eine Pinnwand pro Person, und platzieren Sie jeweils ein Post-it für „Kernaussage“, „Zahl oder Studie“ und „Anekdote“.
Durchführung | 2 – 2,5 Stunden
Vorstellungsrunde, Begrüßung, Erwartungen klären, Ablauf vorstellen, Warm-up.
Besprechen Sie zu Beginn mit den Teilnehmenden die konkrete Situation für die der Pitch entwickelt wird, denn ein Pitch ist nur dann erfolgreich, wenn er zur jeweiligen Situation passt (siehe „Pitching und Storytelling“).
Präsentieren Sie den Teilnehmenden die drei Elemente der Heiligen Dreifaltigkeit.
Tipp: Durch ein Beispiel wird die Erläuterung der Methode eingängiger und besser verständlich. Dazu können Sie dieses Beispiel von dem Startup Too Good To Go nutzen:
Uns war klar, dass etwas getan werden muss, als wir beobachtet haben, wie völlig einwandfreies Essen nach einem Buffet weggeschmissen wurde. Essen, dass „too good to go“ war (Anekdote). Jedes Jahr werden 18 Millionen Tonnen Essen alleine in Deutschland weggeworfen, davon sind satte 10 Millionen Tonnen vermeidbare Abfälle (Zahl). Die Lösung: Eine App, die es allen ermöglicht, einen Beitrag gegen Verschwendung zu leisten, während man gleichzeitig leckeres Essen bekommt und
Die Teilnehmenden arbeiten zunächst einzeln an ihrer Heiligen Dreifaltigkeit. Dabei schreiben sie pro Post-it (Anekdote, Zahl/Studie, Kernaussage) ein bis zwei prägnante Sätze auf. Hierbei dürfen sie auch gerne entsprechende Zahlen/Studien recherchieren. In welcher Reihenfolge die drei Bestandteile angeführt werden ist den Teilnehmenden selbst überlassen.
Tipp: Bitten Sie die Teilnehmenden, alleine zu arbeiten und sich noch nicht abzusprechen. In diesem Schritt sollen alle Teilnehmenden erst einmal für sich überlegen. Am besten formulieren die Teilnehmenden die Heilige Dreifaltigkeit in vollen Sätzen.
KERNAUSSAGE
In der Kernaussage wird möglichst knapp und eingängig formuliert, was genau das Projekt macht. Dabei sollte der größte Vorteil/Nutzen des Projekts auf den Punkt gebracht werden.
ZAHL/STUDIE
Hier sollte eine Zahl oder Studie gewählt werden, die sofort verständlich ist, nicht lang erläutert werden muss und die Zuhörenden überrascht oder erschreckt.
ANEKDOTE
Ziel der Anekdote ist es, bei den Zuhörenden Emotionen und Empathie freizusetzen. Durch das Einbauen einer kleinen, möglicherweise
persönlichen, Geschichte wird das Interesse geweckt und das Gegenüber kann sich das Gesagte besser merken.
Holen Sie die Teilnehmenden wieder zusammen in die Gruppe. Nun präsentieren alle Teilnehmenden der Gruppe ihre Pitches und geben sich gegenseitig Feedback.
Tipps: Die Präsentierenden sollen hier kurz und prägnant ihre Heilige Dreifaltigkeit pitchen und nicht weit ausschweifen oder Erläuterungen anführen. Bestimmen Sie vor den Präsentationen „Feedback-Buddies“, in dem Sie jeweils zwei Personen einander zuordnen. Die Feedback-Buddies hören einander besonders aufmerksam zu und geben jeweils als erstes möglichst detailliertes Feedback.
Nun haben die Teilnehmenden 10-15 Minuten Zeit, das erhaltene Feedback einzuarbeiten und ihrem Pitch den letzten Schliff zu geben.
Sammeln Sie die finalen Pitch-Vorschläge an einer geeigneten Fläche. Alle Teilnehmenden erhalten drei Klebepunkte. Nun soll jede Person entscheiden, welche Kernaussage, Zahl/Studie und Anekdote ihn oder sie am meisten überzeugen konnte.
Teilen Sie hierfür drei Klebepunkt an jedes Teammitglied aus und bitten Sie sie, je Anekdote, Zahl/Studie und Kernaussage einen Punkt auf ihren Favoriten zu kleben. Nach der Bewertung sollten Sie die bewerteten Klebezettel sortieren.
Tipp: Auch hier sollen die Teilnehmenden sich nicht absprechen und beraten, sondern möglichst stumm ihre Klebepunkte verteilen.
Die Teilnehmenden haben nun die Aufgabe sich pro Anekdote, Zahl/Studie und Kernaussage auf ein bis zwei Sätze, die das Projekt am besten beschreiben, zu einigen. Hierbei können Sie natürlich die bereits vorhandenen Post-its nutzen, aber auch neue Post-its beschreiben. Das Ziel ist, dass ein Pitch entsteht, der alle Teilnehmenden überzeugt.
Tipp: Auch wenn natürlich alle Teilnehmenden mit der Endlösung zufrieden sein sollen, achten Sie darauf, dass sich die Teilnehmenden nicht in endlosen Diskussionen verlieren.
Verbleibe, Erfüllung der Erwartungen klären, Feedback für Moderation und Verabschiedung
Und danach?
Nach dem Workshop sollte der entwickelte Pitch nicht einfach in einer Schublade verschwinden, sondern getestet werden. Pitchen Sie gegenüber Kolleg:innen, Kund:innen, Partner:innen etc. und holen Sie sich Feedback ein.