Arbeits- und Karrierebedingungen in der Wissenschaft

Bessere Planbarkeit für wissenschaftliche Karrieren und mehr Gleichstellung an den Hochschul-Lehrstühlen in Deutschland: das sind zwei der Themen, denen sich der Bundesbericht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase – der BuWiK – widmet.

Moderatorin diskutiert engagiert mit einer Gruppe im Workshop-Setting vor einer beschrifteten Glaswand, Sinnbild für Austausch und Weiterentwicklung von Arbeits- und Karrierebedingungen in der Wissenschaft

AdobeStock/Armand

 

Transparente Karrierepfade in der Wissenschaft auf dem Vormarsch

Im BuWiK trägt ein wissenschaftliches Autorenteam gemeinsam mit einem unabhängigen Konsortium aus Einrichtungen der Wissenschafts- und Hochschulforschung, aktuelle Daten zum Wissenschaftssystem zusammen und ordnet sie für Politik, Verwaltung, Wissenschaftseinrichtungen und die interessierte Öffentlichkeit ein. Im Anfang 2025 veröffentlichten Bericht richteten die Autorinnen und Autoren ihr Augenmerk beispielsweise auf die Etablierung der Tenure-Track-Professur im deutschen Wissenschaftssystem. Mit diesen neuen Karrierepfaden sollen berufliche Laufbahnen an den Hochschulen transparenter und vor allem planbarer werden. Zwischen den Jahren 2018 und dem Jahr 2022 hat sich die Anzahl solcher Professuren auf 1.336 verdoppelt. Im Vergleich zu anderen Qualifizierungs- und Karrierewegen hin zur Professur nimmt die Tenure-Track-Professur damit einen wichtigen Platz ein und ersetzt teilweise schon Nachwuchsgruppenleitungen und Juniorprofessuren ohne Tenure-Track.

Viel erreicht und noch mehr zu tun: Gleichstellung an deutschen Hochschulen

Ein weiteres Thema ist der wachsende Frauenanteil in den unterschiedlichen, wissenschaftlichen Karrierephasen. So wird im Bericht deutlich, dass der Frauenanteil zwar insgesamt steigt. Je fortgeschrittener die Qualifizierungs- und Karrierestufe jedoch ist, desto geringer wird der Anteil der in der Wissenschaft tätigen Frauen. Bei den Neuberufungen auf W1- und W2-Professuren ist der Frauenanteil mittlerweile so hoch wie bei den Promotionen, aber bei den W3-Professuren liegt er noch deutlich darunter. Hier besteht also weiterhin Aufholbedarf für den Wissenschaftsstandort Deutschland.

Nach dem Bericht ist vor der nächsten Analyse

Ein Team des Instituts für Innovation und Technik in der VDI/VDE-IT hat mit dem BuWiK 2025 bereits den dritten Bericht in Folge als Konsortialleitung verantwortet. Einmal pro Legislaturperiode des Deutschen Bundestags wird der Bericht erarbeitet. Aktuell bereitet das Team gemeinsam mit den Konsortialpartnern, dem wissenschaftlichen Beirat und dem wissenschaftspolitischen Begleitgremium im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt den BuWiK 2028 vor. Neben der Fortschreibung des Monitorings und neuen Formaten steht die internationale Anschlussfähigkeit der Berichterstattung im Fokus der Weiterentwicklung.

Portrait Melanie Erckrath

Dr. Melanie Erckrath

Projektleiterin

Der BuWiK ist das Nachschlagewerk zur Situation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in frühen Karrierephasen in Deutschland. Er berichtet unabhängig und setzt inhaltliche Schwerpunkte, die die Diskurse im Wissenschafts- und Innovationssystem, beispielsweise zur Durchlässigkeit von Wissenschaft und Wirtschaft oder aktuell zur Personalstrukturreform aufgreifen und empirisch fundiert vertiefen.

Mehr Informationen

Bundesbericht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase

Titelseite des Bundesberichts für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase
https://buwik.de

Frauenanteil 2018 und 2022 in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Karrierephasen in Deutschland in Prozent

Die Gleichstellung der Geschlechter ist ein wiederkehrendes Thema im BuWiK, das besonderes Augenmerk erhält. Die Daten zeigen: Je fortgeschrittener die Qualifizierungs- und Karrierestufe, desto geringer ist der Anteil der in der Wissenschaft tätigen Frauen. Mit dem Monitoring wird es möglich, Entwicklungen empirisch nachzuzeichnen und relevantes Steuerungswissen bereitzustellen.