Digitale Mobilitätsinnovationen – vernetzte Systeme für den ÖPNV der Zukunft

Innerhalb des Förderprogramms „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ (DkV) des Bundesministeriums für Verkehr unterstützt ein Team der VDI/VDE-IT Kommunen und kommunale Akteure dabei, innovative datenbasierte Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr zu entwickeln und in den Regelbetrieb zu überführen. Zwei Leuchtturmprojekte aus Berlin und Hamburg zeigen greifbare Ergebnisse.

Grüner Elektrobus an einer Haltestelle in einer sonnendurchfluteten Innenstadt, Sinnbild für vernetzte und nachhaltige Mobilitätslösungen im ÖPNV der Zukunft

AdobeStock/David Zarzosa

Verbindungsanfragen der Berliner Fahrgäste machen das Angebot besser steuerbar

Durch robuste Algorithmen und interaktive Visualisierungen werden die rund 1,5 Million täglichen Anfragen an das Fahrplanauskunftssystem der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausgewertet. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden die Basis für die Feinjustierung von Angebotsgestaltung und Betriebsabläufen des Berliner ÖPNV. Bereits seit dem Jahr 2021 fließen die Analyse-Werkzeuge kontinuierlich in die taktische Steuerung des Verkehrsbetriebs ein und ermöglichen eine zielgerichtete Abstimmung auf das tatsächliche Mobilitätsverhalten sowie die Bedürfnisse der Fahrgäste.

DkV Berlin Projektfilm | #BMV

Hamburg hat den Gesamtüberblick

Parallel dazu vernetzt die Freie und Hansestadt Hamburg sämtliche Leit- und Betriebszentralen in einem verkehrsträgerübergreifenden Managementsystem, dem Mobility Operating System (MOS). MOS liefert automatisierte, datengestützte Handlungsempfehlungen in Echtzeit und steuert die multimodale Verkehrslage der Metropolregion. Auf Grundlage von Simulationen und KI-gestützten Stauprognosen entsteht ein Digitaler Zwilling der Echtzeit-Verkehrssituation, der eigenständig szenarienbasierte Vorschläge generiert – etwa für Schaltungen von Lichtsignalanlagen zur Priorisierung des ÖPNV oder für umweltsensible Verkehrslenkungsmaßnahmen.

DkV Hamburg Projektfilm | #BMV

Metropolen lernen voneinander

Die überregionale Kooperation zwischen den beiden Städten ist ein weiterer Höhepunkt: So werden über die Förderung hinaus Best-Practice-Ergebnisse weiterentwickelt, gemeinsame Entwicklungsworkshops koordiniert und ein Metadatenaustausch geplant, um die Interoperabilität der eingesetzten Systeme zu stärken. Der Zusammenschluss der beiden Städte mit dem Bundesverkehrsministerium zur „Metropol-Region Mobilität“ zum Jahresbeginn 2026 verdeutlicht und stärkt diese Zusammenarbeit.

Das gesamte Förderprogramm wird im folgenden Film vorgestellt. Dabei wird deutlich, dass die umgesetzten Maßnahmen bundesweit wirken und nicht nur einzelne Städte und Regionen voranbringen, sondern die gesamte deutsche Mobilitätslandschaft.

DkV Imagefilm | #BMV

Tatjana Zobnina

Mitarbeiterin in der Projektträgerschaft DkV

Es ist faszinierend, an Projekten mitzuwirken, bei denen Zukunft nicht nur geplant, sondern gemacht wird. Wie in einem Science-Fiction-Film analysiert Künstliche Intelligenz Verkehrsströme in Echtzeit, simuliert Szenarien und gibt Handlungsempfehlungen, bevor Probleme überhaupt entstehen. Was früher Vision war, wird hier zur gelebten Realität.