Eine Berliner Erfolgsgeschichte: Die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb

Steigende Energiepreise, regulatorische Vorgaben und wachsende Anforderungen von Kund:innen sowie Investor:innen: Klimaschutz ist eine Notwendigkeit für viele Berliner Unternehmen. Durch Investitionen etwa in Energieeffizienz oder erneuerbare Energien können Unternehmen Kosten senken und sich als innovative und zukunftsgewandte Marktakteure positionieren.

Backsteingebäude der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin mit Eingangstreppe, Sinnbild für traditionsreiche Berliner Industriebetriebe auf dem Weg zu mehr Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz

Doch die Berliner Wirtschaft besteht zum Großteil aus kleinen und mittleren Unternehmen. Für sie stellt die Umsetzung solcher Maßnahmen eine immense Hürde dar. Viele Unternehmen überfordert es, sich mit technischen oder wirtschaftlichen Fragen zum Beispiel rund um die Investition in eine Photovoltaik-Anlage oder eine Wärmepumpe zu beschäftigen und entsprechende Fördermittel zu beantragen.

Genau an diesem Bedarf setzt – mittlerweile seit vier Jahren – die Berliner Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK) an. Mit ihr hat Berlin eine zentrale Lotsenstelle geschaffen, die Firmen individuell berät und begleitet, abhängig davon, vor welchen Hürden die Unternehmen stehen oder welche konkreten Projekte sie umsetzen wollen. Die VDI/VDE-IT hat die KEK im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe zusammen mit der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH aufgebaut und mit Leben gefüllt. Eine Vielzahl Berliner Unternehmen konnten durch die KEK bislang individuell beraten und in der technischen Umsetzung von Maßnahmen unterstützt werden. Konkret wurden über 600 Basisberatungen durchgeführt und etwa 120 Unternehmen individuell beraten. Zusätzlich nahmen über 2.000 Personen an den KEK-Veranstaltungen zu aktuellen Themen wie Abwärmenutzung, energetische Sanierung oder CO2-Bilanzierung teil.

Vielfältige Beratung für Berlin

Von klassischen Produktionsbetrieben über Start-ups bis hin zu Dienstleistungsunternehmen werden ganz unterschiedliche Akteure begleitet. Auch Vereine und gemeinnützige Organisationen von Jugend- und Freizeiteinrichtungen bis hin zu Sport- und Segelvereinen zählen zur Zielgruppe. Und die KEK-Beratung wirkt: Der Großteil der Unternehmen nimmt anschließend die Umsetzung entsprechender Maßnahmen in Angriff und trägt so maßgeblich zum Klimaschutz bei.

KEK

KMU-Abwärmecheck bei der Königlichen Porzellan-Manufaktur

Wie kann die Königliche Porzellan-Manufaktur ihre Energienutzung optimieren? Das war die Frage bei der Beratung durch die Koordinierungsstelle für Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz und Klimaschutz im Betrieb (KEK). Beauftragt durch die Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe und zusammen mit der ÖKOTEC Energiemanagement GmbH hat die VDI/VDE Innovation + Technik Gmbh dieses Beratungsangebot für Berliner Unternehmen aufgebaut.

„Die Themen der Beratungsanfragen hängen auch stark von aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen ab“, erläutert Projektleiter Jakob Brückner. Nach dem Beginn des Ukrainekriegs und der zeitweisen Gasmangellage kam es zu einer hohen Nachfrage nach autarken Energiekonzepten und Elektrifizierungslösungen industrieller Prozesse etwa durch den Einsatz von Wärmepumpen. Die jüngeren Stromausfälle in Berlin rückten hingegen Fragestellungen zu Resilienz, Backup-Systemen und Energiespeichern in den Fokus. Denn ungeplante Stromausfälle können nicht nur zu Produktionsstillstand, sondern auch zu erheblichen Schäden an Maschinen und IT-Infrastrukturen führen.

Kreislaufwirtschaft als neues Themenfeld

Aufgrund des Erfolgs wurde das KEK-Angebot im Jahr 2023 um das Themenfeld Kreislaufwirtschaft erweitert. Hierfür kam mit der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH ein dritter Partner an Bord. Seitdem berät die KEK nicht nur zu Energieeffizienz- und Klimaschutzthemen, sondern auch zu zirkulären Geschäftsmodellen und ressourcenschonenden Wertschöpfungsketten.

Dennoch bleibt die Unterstützung der Berliner Wirtschaft auf dem Weg zur ökologischen Transformation eine Aufgabe, die nicht allein zu bewältigen ist. Daher agiert die KEK in einem engen Netzwerk mit den Bezirken, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer sowie weiteren Beratungsorganisationen des Landes. Auch die Senatsverwaltung weiß um ihre Bedeutung und Wirksamkeit und überführt die KEK nun in ein neues Betreiberkonstrukt aus öffentlich-privaten Organisationen, um das Angebot zu verstetigen und die aufgebauten Strukturen und Kompetenzen langfristig für Berlin zu erhalten.

Jakob Brückner

Projektleiter

Die Beratung, die wir als KEK geleistet haben, wirkt: Der überwiegende Teil der Unternehmen setzt nimmt nach der Beratung die entsprechenden Maßnahmen um und trägt so maßgeblich zum Klimaschutz bei.