In der Mobilitätsforschung sind gendergerechte Perspektiven gefragt. Damit werden Entscheidungen, Produkte und städtische Infrastruktur inklusiver und zukunftsfähiger gestaltet.

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Das Frauennetzwerk Women for Datadriven Mobility (wDRIVE) ist eine Initiative des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) und Teil der Begleitforschung mPACT, die ein Team der VDI/VDE-IT umsetzt. mPACT begleitet die vom BMV geförderten Projekten in der Förderinitiative mFUND, stärkt ihre projektübergreifende Kommunikation und setzt Impulse für wissenschaftliche und politische Diskussionen.
wDRIVE vernetzt Frauen aus mFUND-Projekten, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung und schafft in verschiedenen Formaten Räume für den fachlichen Austausch, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung. Ziel ist es, weibliche Expertise im Mobilitätssektor stärker sichtbar zu machen und den Frauenanteil langfristig zu erhöhen.
Gleichzeitig versteht sich das Netzwerk als Impulsgeber für zentrale fachliche und förderpolitische Debatten. wDRIVE sensibilisiert Forschungs- und Förderprojekte für bestehende Ungleichgewichte – etwa im Kontext gendergerechter Mobilität und des Gender Data Gap – und wirkt darauf hin, dass diese Aspekte in Programmen und Projekten frühzeitig und systematisch mitgedacht werden.
Mehr Daten für ausgewogenere Entscheidungen
Der Gender Data Gap beschreibt systematische Verzerrungen in Datensätzen, die entstehen, weil viele erhobene und genutzte Daten überwiegend Männer als Norm betrachten und dadurch bestimmte Lebensrealitäten unzureichend abbilden.
In der Mobilität zeigt sich das besonders deutlich: Frauen leisten häufiger Care-Arbeit und legen daher eher kürzere, verknüpfte Wege in Wohnortnähe zurück. Sie sind stärker auf gute Fuß- und Radwege und auf ein funktionierendes multimodales Verkehrssystem angewiesen. Da viele Erhebungsmethoden und Planungsmodelle noch immer vor allem den linearen Pendelweg zwischen Wohnort und Arbeitsplatz abbilden und dadurch die vielfältigeren Bewegungsmuster von Frauen seltener erfasst werden, entstehen Datengrundlagen, die Frauen in Infrastrukturplanung, Sicherheitskonzepten oder digitalen Anwendungen benachteiligen können.
Repräsentanz von Frauen in Forschungsperspektiven stärken
Strukturell verstärkt wird dieses Problem durch die geringe Repräsentanz von Frauen im Mobilitätssektor. Laut Europäischem Mobilitätsatlas 2021 liegt der Frauenanteil EU-weit bei 22 Prozent; in mFUND-Projekten liegt er auf Leitungsebene sogar nur bei 16 Prozent. Perspektiven, die für eine vielfältige und alltagstaugliche Mobilität zentral sind, fließen dadurch seltener systematisch in Forschungs- und Entwicklungsprozesse ein.
