Wie kann Deutschlands Gesundheitsversorgung trotz demografischem Wandel, Fachkräftemangel, digitalem Umbruch sowie Klima- und Nachhaltigkeitsdruck zukunftsfähig bleiben? Künstliche Intelligenz und Neurotechnologie zählen zu den Schlüsseltechnologien, die Prävention, Diagnostik und personalisierte Therapien im Gesundheitswesen grundlegend verändern werden.

Julian Huke/VDI
Schlüsselbranchen schon heute zukunftsfit machen
Rund um diese Themen hat ein Team des Instituts für Innovation und Technik in der VDI/VDE-IT im Auftrag des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) die Studie „Schlüsselbranche Gesundheit stärken. Impulse zur Gesundheitsversorgung und Medizintechnik der Zukunft“ erstellt. Die Studie ist Teil der VDI-Initiative Zukunft Deutschland 2050, mit der der VDI in den gesellschaftlichen Dialog geht. Ziel ist es, Strategien für Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu entwickeln, um Schlüsselbranchen zu stärken, Fachkräfte zu sichern und Technologien voranzutreiben.
Passend dazu wurde Anfang November 2025 im Zukunftsgespräch „Medizin neu denken mit KI und Neurotechnologie“ im Change Hub in Berlin diskutiert. Die teilnehmenden Expertinnen und Experten sprachen über Chancen, Grenzen und Handlungsbedarfe dieser Technologien. Deutlich wurde: Mehr Wirkung im medizinischen Feld erfordert verantwortungsvolle Innovation, smarte KI-Anwendungen, neue neurotechnologische Verfahren sowie klare Leitplanken für Ethik, Datenschutz und Zugänglichkeit.
Dr. Bita Fesidis, Leiterin der Initiative Zukunft Deutschland 2050, betonte eingangs, dass es nicht darum gehe, die Zukunft vorherzusagen, sondern Visionen zu entwickeln und die Herausforderungen auf dem Weg dorthin konkret zu benennen und anzugehen.
Vernetzung und Kooperation auf dem Weg in die Praxis
In ihren Beiträgen spannten die Teilnehmenden den Bogen von Forschung bis Anwendung. Themen waren unter anderem KI in Prävention, Diagnostik und Therapie, die Rolle der Radiologie, NeuroAI, die Schnittstelle von Neurotechnik und KI sowie das Verhältnis von Innovation und Regulierung.
Ebenso standen die Voraussetzungen für die Umsetzung im Fokus: interoperable Infrastrukturen, vertrauenswürdige Gesundheitsdatenräume und eine Innovationskultur, die Versorgung und Patientensicherheit gleichermaßen stärkt. Die Botschaft des Tages: Die Technologien sind da. Nun kommt es darauf an, Prioritäten zu setzen, Kooperationen zu stärken und die nächsten Schritte konsequent in Wirkung zu übersetzen.

