Innovationen aus dem Mittelstand stärken die Wirtschaft

Grüne Böden, innovativer Gebäudebau und ressourcenschonend produzierte Kunststoffbauteile: Allein durch drei im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand geförderte Projekte sind bereits rund 30 neue Arbeitsplätze entstanden und werden mehrere Millionen Euro zusätzlicher Umsatz generiert.

Man sieht die Fassade eines Hauses

Umweltfreundlich hergestellte Fassade mit einteiligen, individuell gerundeten Metallprofilen. Foto: Regine Giesecke

Ausgezeichnete Projekte aus ganz Deutschland

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie begleiten die VDI/VDE-IT und die AiF Projekt GmbH als Projektträger des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die das Innovationspotenzial deutscher Unternehmen stärken. Drei der von der VDI/VDE-IT betreuten Vorhaben erhielten im Jahr 2025 auf dem Innovationstag Mittelstand die Auszeichnung als Projekt des Jahres und zeigen die große Vielfalt der im ZIM geförderten Vorhaben.

Grüne Böden als Rekultivierungsmaßnahme

Dank der internationalen Zusammenarbeit von Unternehmen aus Deutschland, Australien, Südkorea und Neuseeland wurde im ZIM-Innovationsnetzwerk „Umwelttechnologie und Bodenrekultivierung“ unter anderem eine neuartige Vegetationsmatte entwickelt. Die Kombination aus Schafwolle, Pflanzenfasern, Mikroorganismen und Regiosaatgut ermöglicht die nachhaltige Rekultivierung belasteter Böden – von Bergbaufolgelandschaften bis zu Autobahnrändern. Erfolgreich abgeschlossene Projekte des Netzwerks führten bereits zu rund 30 neuen Arbeitsplätzen und die beteiligten Firmen erwarten ab dem Jahr 2026 deutliche Umsatzzuwächse.

ZIM: Netzwerk des Jahres 2025 (Umwelttechnologie und Bodenrekultivierung)

Im internationalen ZIM-Innovationsnetzwerk „Umwelttechnologie und Bodenrekultivierung (UtBr)“ werden innovative Lösungen für einen nachhaltigen und ressourceneffizienten Umgang mit der Umwelt entwickelt. Besonderer Fokus liegt dabei auf der Rekultivierung belasteter Böden, zum Beispiel von Bergbaufolgelandschaften.

Innovativer Gebäudebau

Im Handwerksprojekt „Verfahren zur zwei- und dreidimensionalen Umformung runder Metallprofile“ aus dem ZIM-Innovationsnetzwerk „Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen für den Metallleichtbau“ entwickelte die Krehle GmbH gemeinsam mit der RWTH Aachen ein Verfahren, das runde Fassadenelemente aus einem Stück ohne Schweiß- oder Falzverbindungen erzeugt. Die umweltfreundliche Umformtechnik erhöht sowohl Ästhetik als auch Langlebigkeit und eröffnet Architekten neue Gestaltungsspielräume. Seit Markteinführung im Jahr 2024 verzeichnet die Krehle GmbH steigende Produktionszahlen und rechnet mit einem Umsatzplus von bis zu 20 Prozent. Mit jährlich rund 20 Millionen Quadratmeter neu installierter Fassadenfläche allein in Deutschland trifft die Lösung auf eine Branche mit großem Bedarf.

ZIM: Handwerksprojekt des Jahres 2025 (Krehle)

Im Metallleichtbau wird maßgefertigte Fassadengestaltung stark nachgefragt. In einem Kooperationsprojekt aus dem ZIM-Innovationsnetzwerk NawaMe konnte ein neues Umformverfahren entwickelt werden, das einteilige, individuell gerundete Metallprofile ermöglicht. Dies eröffnet neue gestalterische Möglichkeiten und erhöht gleichzeitig Produktion und Umsatz des beteiligten Unternehmens.

Ressourcenschonend hergestellte Kunststoffbauteile

Und im preisgekrönten Einzelprojekt des Jahres „Entwicklung eines zirkulären nachhaltigen Beizprozesses zur Kunststoff-Galvanisierung“ konnte die DELTA Engineering & Chemistry GmbH ein geschlossenes, ozongetriebenes Verfahren zur Vorbehandlung von Kunststoffen entwickeln, das komplett auf giftige Schwermetalle wie sechswertiges Chrom und umweltschädliche Ewigkeitschemikalien (sogenannte PFAS) verzichtet. Das Verfahren reduziert Energieverbrauch, CO2-Emissionen und Abwasserkosten und lässt sich ohne aufwändige Umbaumaßnahmen in bestehende Produktionslinien integrieren. Angesichts des weltweiten Bedarfs von über 5 Milliarden beschichteten Kunststoffbauteilen – etwa für die Automobil-, Sanitär-, Elektronik- und Haushaltswarenbranche – eröffnet die Technologie ein enormes Marktpotenzial.

ZIM: Einzelprojekt des Jahres 2025 (DELTA)

In der EU ist der Einsatz von Chromschwefelsäure für die galvanische Beschichtung aufgrund von Gesundheitsrisiken stark eingeschränkt. Das Unternehmen DELTA Engineering & Chemistry GmbH hat ein nachhaltiges Verfahren zur Vorbehandlung von Kunststoffteilen entwickelt, das Ozon als Oxidationsmittel nutzt und lediglich Sauerstoff anstelle von schädlichen Nebenprodukten hinterlässt.