Trotz großer Fortschritte in Diagnostik und anderen Therapieoptionen bleibt die chirurgische Behandlung zentraler Bestandteil der Krebsmedizin. Tatsächlich werden rund 80 Prozent aller Krebspatientinnen und -patienten im Verlauf ihrer Erkrankung operiert – dies ist immer mit Risiken verbunden. Der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und innovativer Medizintechnik in der Krebschirurgie kann diese Risiken reduzieren und die Erfolgsaussichten verbessern.
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Beispiel Knochenkrebs: Nur 70 Prozent der Betroffenen überlebt den Eingriff länger als fünf Jahre, betroffen sind in erster Linie Kinder – eine eher schlechte Prognose. Werden während der Operation nicht alle bösartigen Zellen entfernt, breiten sich die Tumoren erneut aus. Daher entwickeln die im Projekt INTEGER Forschenden ein robotisch geführtes und KI-gestütztes Instrument zum laserbasierten Knochenschneiden, das mit Hilfe von Laserspektroskopie während der Operation erkennen kann, ob Tumorzellen im Knochen verbleiben. Das System soll es Chirurginnen und Chirurgen ermöglichen, Tumoren sicher und ohne Rückstände aus dem Knochen zu entfernen und dabei möglichst viel gesundes Knochengewebe zu erhalten. Die Prognose der Betroffenen soll so deutlich verbessert werden.
Das Forschungsprojekt INTEGER wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Richtlinie „KI-gestützte Präzisionschirurgie in der Onkologie“ gefördert. Hier fungiert die VDI/VDE-IT als Projektträger. Die Fördermaßnahme im Bereich der Medizintechnik und Gesundheitstechnologien ist auch Teil der Nationalen Dekade gegen Krebs, mit der die Bundesregierung die Krebsforschung in Deutschland gezielt stärken und den Transfer neuer Erkenntnisse in die medizinische Praxis beschleunigen möchte. Gleichzeitig stärkt das BMFTR mit dieser Richtlinie die Position der deutschen Forschung und Medizintechnik-Branche im internationalen Wettbewerb. Das passt sehr gut zu den Zielen der Hightech Agenda Deutschland: Sie soll dazu beitragen, die Innovationskraft Deutschlands in zentralen Zukunftsfeldern zu stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen.
