Value Proposition Canvas
Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Lösung zu Ihrer Zielgruppe passt und was Sie dabei beachten müssen.

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Wenn Sie herausfinden möchten, ob Ihre Lösung zu Ihrer Zielgruppe passt und was Sie dabei beachten müssen.
Bereich: Wertversprechen definieren
Dauer: 3 bis 3,5 Stunden
Ideale Gruppengröße: 3 bis 6 Personen pro Kleingruppe
Moderationsniveau: mittel
Materialien: unterschiedlich farbige Klebezettel, Stifte, Fläche zur Visualisierung (Pinnwand, Whiteboard, Poster, o. Ä.), Befestigungsmaterial (Magnete, Pinnadeln, Klebeband), Time Timer, Value Proposition Canvas-Vorlage
Ziel: Überprüfung Problem-Solution Fit
Outcome: Ausgefülltes Value Proposition Canvas, besseres Verständnis der Kund:innen, Klärung des eigenen Produktes bzw. Leistung
Das Value Proposition Canvas ist eine Ergänzung des Business Model Canvas und zielt auf die Entwicklung eines an den Wünschen von Kund:innen ausgerichteten Wertversprechens ab. Beim Value Proposition Canvas werden die Bausteine „Value Proposition“ und „Kundensegmente“ des Business Model Canvas näher betrachtet. Der Begriff Value Proposition (englisch für Wertversprechen) beschreibt den Mehrwert, den ein Produkt oder eine Dienstleistung bei den Kund:innen und anderen Wertschöpfungsparter:innen erzeugt. Beim Value Proposition Canvas werden das Nutzenversprechen der Lösung mit den Anforderungen der entsprechenden Zielgruppe in Beziehung gesetzt. Das Value Proposition Canvas unterstützt dabei
Das Value Proposition Canvas besteht aus zwei Komponenten. Auf der rechten Seite befindet sich das Customer Profile. Hier werden die Probleme, Wünsche und Aufgaben der Zielgruppe betrachtet. Die Value Map auf der linken Seite stellt dar, wie für die Zielgruppe Wert generiert und Probleme gelöst werden sollen. Die Pfeile in der Mitte stehen für die Übereinstimmung zwischen den beiden Komponenten.
Vorbereitung | 20 Minuten
Drucken Sie im Vorfeld ein oder mehrere Value Proposition Canvas im Format A1 aus. Bereiten Sie für alle Teilnehmenden Post-its und Stifte vor. Sorgen Sie dafür, dass es eine geeignete Fläche (Tafel, Pinnwand, Whiteboard etc.) gibt, auf der Sie das Canvas aufhängen und die beschriebenen Post-its der Teilnehmenden sammeln können.
Durchführung | 2,5 – 3 Stunden
Tipps: Klassischerweise wird das Value Proposition Canvas zur Analyse von Kund:innen angewandt. Neben Kund:innen kann das Canvas aber auch zur Analyse anderer Akteursgruppen des Wertschöpfungsnetzwerks, wie beispielsweise von Lieferant:innen oder Partner:innen, verwendet werden. Wenn in einem vorangegangenen Workshop bereits mit dem Wertschöpfungsnetzwerk-Kit gearbeitet oder eine Persona-Analyse durchgeführt wurde, kann das Ergebnis als Ausgangpunkt verwendet werden. Aus dem Wertschöpfungsnetzwerk können die Akteursgruppen in das Value Proposition Canvas übernommen werden. Für jede Gruppe sollte dann jeweils ein eigenes Canvas angelegt werden.
Option: Sie können die Teilnehmenden auch in kleine Gruppen einteilen, damit diese das Value Proposition Canvas gemeinsam erarbeiten.
Tipps: Veranschaulichen Sie die verschiedenen Aufgabenarten anhand eines einfachen Beispiels wie z. B. ein Gürtel funktional: Hose rutscht nicht herunter emotional: Der Gürtel ist schön, stylish, ergänzt das Outfit sozial: Wohlstand zeigen, als modische Person wahrgenommen werden
Die Teilnehmenden sollen bei der Definition der Aufgaben offen und unvoreingenommen vorgehen. Motivieren Sie die Teilnehmenden, kreativ zu sein, sich in die Zielgruppe hinein zu fühlen und über funktionale Aufgaben hinauszudenken.
Wenn bereits ein Workshop zum JTBD-Framework durchgeführt wurde, können die hier identifizierten Jobs gut als Ausgangspunkt für die Aufgabendefinition genutzt werden.
Tipp: Teilweise lässt sich ein Problem auch als Gewinn ausdrücken, und umgekehrt. Stark vereinfachte Beispiele können schlechter Geruch und guter Geruch oder passende Informationen und unpassende Informationen sein. Dadurch entsteht manchmal ein neuer Blickwinkel. Dies kann hilfreich sein, versuchen Sie aber nicht unnötig Probleme in Gewinne zu formatieren, oder andersherum, um das Canvas nicht zu überfrachten.
Option: Wenn Sie mit einer großen Gruppe arbeiten, oder sehr viele Ergebnisse zusammengekommen sind, können Sie die wichtigsten Aufgaben, Gewinne und Probleme auch über eine stumme Abstimmung bestimmen lassen. Verteilen Sie dafür sechs Klebepunkte an die Teilnehmenden. Nun kann jede:r Teilnehmende:r Klebepunkte an die für ihn oder sie wichtigsten Elemente verteilen. Sortieren Sie anschließend die Post-its nach Anzahl ihrer Klebepunkte.
Option: Wenn Sie mit einer großen Gruppe arbeiten, oder sehr viele Ergebnisse zusammengekommen sind, können Sie die wichtigsten Produkte & Services, Gewinnerzeuger und Problemlöser auch über eine stumme Abstimmung bestimmen lassen. Verteilen Sie dafür sechs Klebepunkte an die Teilnehmenden. Nun kann jede:r Teilnehmende:r Klebepunkte an die für ihn oder sie wichtigsten Elemente verteilen. Sortieren Sie anschließend die Post-its nach Anzahl ihrer Klebepunkte.
Tipp: Beachten Sie hierbei, dass nicht für jedes Kund:innenproblem ein entsprechender Problemlöser vorliegen muss. Liegt beispielsweise für ein Problem das hoch priorisiert wurden, kein entsprechender Problemlöser vor, müssen Sie das Wertangebot überarbeiten und nicht versuchen Problemlöser auf dem Canvas zu erschaffen., Gute Produkte und Services versuchen keinesfalls alle Kund:innenprobleme zu lösen, sondern fokussieren sich auf die essentiellen Probleme und lösen diese dafür besonders gut. Gleiches gilt natürlich auch für die Gewinne und Gewinnerzeuger.
Tipp: Beachten Sie bei der Validierung des Problem-Solution-Fit auch die Priorisierung der einzelnen Aspekte. Wurde beispielsweise einem Problem eine hohe Relevanz zugeschrieben, aber der dazugehörige Problemlöser verfügt nur über eine niedrige Priorität, sollte die Sortierung der Elemente aus Value Map und Customer Profile eventuell noch einmal überdacht und diskutiert werden.
Option (+15 Min):
Besteht nur eine niedrige oder mittlere Übereinstimmung, sollten Sie mit den Teilnehmenden über Ursachen sprechen und gemeinsam überlegen, wie der Problem-Solution-Fit in Zukunft verbessert werden kann. Es kann auch sinnvoll sein, konkrete Aktivitäten und Handlungsbedarfe zu sammeln, die durchgeführt werden sollten, um das Wertangebot bzw. die Zielgruppe anzupassen. Bestimmen Sie mit den Teilnehmenden, welche Aufgaben von wem und bis wann umgesetzt werden. Legen Sie hierfür auf einer freien Fläche eine Tabelle mit drei Spalten (Aufgabe, Verantwortlicher, Deadline) an.
Tipp: Wurde bei dem Workshop nur ein niedriger oder mittlerer Problem-Solution-Fit identifiziert, sollte bereits ein Termin für einen zweiten Workshop vereinbart werden, indem das Value Proposition Canvas nach Umsetzung der identifizierten Aktivitäten erneut entwickelt wird.
Tipp: Lesen Sie zur Gestaltung des Outros die Anleitung „Grundlagen für Workshops“.
Idealerweise sollte das Value Proposition Canvas nach dem Workshop durch Interviews mit Kund:innen validiert werden. Dabei könnte beispielsweise überprüft werden, ob die identifizierten Top drei Probleme, Gewinne und Aufgaben für die Zielgruppe tatsächlich so relevant sind, wie angenommen und ob die entsprechenden Problemlöser und Gewinnerzeuger wirklich nützlich für Kund:innen oder Wertschöpfungspartner:innen sind und deren Bedürfnisse erfüllen. Das Value Proposition Canvas sollte außerdem für ein gemeinsames Verständnis für Bedürfnisse und Erwartungen von Kund:innen und anderen Wertschöpfungspartner:innen dienen. Die Produkt- und Geschäftsmodellentwicklung sollte sich an den Ergebnissen aus dem Value Proposition Canvas orientieren. Werden neue Features oder Leistungsversprechen eingeführt beziehungsweise neue Zielgruppen angesprochen, sollte das Value Proposition Canvas ebenfalls angepasst beziehungsweise neu entwickelt werden, um sicher zu stellen, dass der Problem-Solution-Fit weiterhin vorhanden ist.


