Wenn Sie Andere mit dem überzeugen wollen was Sie machen, ohne viele Wörter zu verlieren, dann wählen Sie die Methode Golden Circle.
Eckdaten
Bereich: Storytelling
Dauer: 1,5 – 2 Stunden
Ideale Gruppengröße: 3 bis 6 Personen pro Kleingruppe
Moderationsniveau: mittel
Materialien: unterschiedlich farbige Klebezettel, Klebepunkte, Stifte, Fläche zur Visualisierung (Pinnwand, Whiteboard, Poster, o. Ä.), Befestigungsmaterial (Magnete, Pinnnadeln, Klebeband), Time Timer
Ziel: Story und Vision für das Projekt entwickeln
Outcome: Inspirierender, kurzer Pitch
Methode
Autor und Unternehmensberater Simon Sinek analysierte, warum bei gleichen Rahmenbedingungen manche Menschen und Unternehmen erfolgreicher sind als deren Mitbewerbenden. Er stellte fest, dass erfolgreiche Organisationen eine klare Vision haben, die andere Menschen überzeugt und begeistert. Inspirierende Organisationen denken, handeln und kommunizieren von innen nach außen – also vom Wieso zum Was. Jeder weiß, was er tut, viele wissen auch noch wie sie es machen, aber die wenigsten wissen, warum sie es tun – und das macht den entscheidenden Unterschied.
,,Menschen kaufen nicht, was man macht; sie kaufen, warum man etwas macht.“
Simon Sinek
Vorgehen
Vorbereitung | 20 Minuten
Bereiten Sie im Vorfeld am besten schon die Arbeitsplätze der Teilnehmenden vor. Nutzen Sie hierfür eine geeignete Fläche, wie beispielsweise ein Whiteboard oder eine Pinnwand pro Person, und kleben Sie jeweils ein leeres Post-it für „Wieso“, „Wie“ und „Was“ auf. Es kann auch hilfreich sein, den Golden Circle und entsprechende Leitfragen und Formulierungsbeispiele für alle sichtbar im Raum aufzuhängen. Hier finden Sie eine Vorlage zum Ausdrucken.
Durchführung | 1,5 – 2 Stunden
Vorstellungsrunde, Begrüßung, Erwartungen klären, Ablauf vorstellen, Warm-up.
Besprechen Sie zu Beginn mit den Teilnehmenden die konkrete Situation, für die der Golden-Circle-Pitch entwickelt wird, denn ein Pitch ist nur dann erfolgreich, wenn er zur jeweiligen Situation passt. (siehe „Pitching und Storytelling“).
Präsentieren Sie den Teilnehmenden die Golden-Circle-Methode und gehen Sie hierbei auch auf die Bedeutung und Relevanz vom Storytelling ein: Geschichten wecken das Interesse der Rezipienten und bringen sie zum Zuhören. Überzeugende Stories bleiben den Menschen eher im Gedächtnis und unterstützen die Identifikation mit dem Produkt oder Service. Tipp: Durch ein Beispiel wird die Erläuterung der Methode eingängiger und besser verständlich. Nutzen Sie beispielsweise das Apple-Beispiel von Simon Sinek:
WIESO? Bei allem, was wir tun, hinterfragen wir den Status quo. Wir glauben an das, was wir tun und an eine neue Denkweise.
WIE? Wir hinterfragen den Status quo, indem wir Produkte mit einem schönen Design anbieten, die benutzerfreundlich sind.
WAS? Wir haben das Glück, gute Computer herzustellen. Möchten Sie einen kaufen?
SCHRITT 3 – EINZELARBEIT AM GOLDEN CIRCLE | 10 MINUTEN
Die Teilnehmenden arbeiten zunächst einzeln an ihrem Golden Circle. Dabei schreiben sie pro Post-it (Wieso, Wie, Was) ein bis zwei prägnante Sätze auf. Tipp: Achten Sie darauf, dass die Teilnehmenden wirklich alleine arbeiten und sich noch nicht absprechen. In diesem Schritt sollen alle Teilnehmenden erst einmal für sich überlegen.
Die Teilnehmenden beginnen mit der Formulierung des „Wieso“. Hier sollen sie sich bewusstmachen, warum es das Unternehmen gibt und die Beweggründe, die Motivation und/oder die Vision des Projektes/Unternehmens beschreiben. Tipp: Achten Sie darauf, dass bei der „Wieso“-Frage wirklich Vision/Motivation/ Beweggründe formuliert werden. Oft passiert es, dass man bei der Beschreibung des „Wieso“ schon versehentlich ins „Was“ rutscht. Hier kann es hilfreich sein, sich während der Bearbeitung der Aufgabe den Golden Circle mit den entsprechenden Leitfragen vor Augen zu führen.
Wir empfehlen folgende Leitfragen und Formulierungsbeispiele:
SCHRITT 3.2 BESCHREIBUNG DES WIE
Im nächsten Schritt beschreiben die Teilnehmenden, mit welchen Mitteln das formulierte „Wieso“ umgesetzt wird. Sie überlegen sich also, was ihr Produkt oder ihren Service auszeichnet. Tipp: Die Teilnehmenden sollen sich bei der Beschreibung des „Wie“ nicht in technischen Details verlieren, sondern sich auf die wichtigsten Alleinstellungsmerkmale und Prozesse fokussieren.
- SCHRITT 3.3 BESCHREIBUNG DES WAS
Im letzten Schritt wird das Produkt oder der Service möglichst prägnant in einem Satz auf den Punkt gebracht.
Holen Sie die Teilnehmenden wieder zusammen in die Gruppe. Nun präsentieren alle Teilnehmenden der Gruppe ihren Golden Circle und geben sich gegenseitig Feedback. Die Präsentation des Golden Circle erfolgt natürlich wie oben beschrieben vom „Wieso“ zum „Was“. Tipp: Die Präsentierenden sollen hier kurz und prägnant ihre Heilige Dreifaltigkeit pitchen und nicht weit ausschweifen oder Erläuterungen anführen.
Sammeln Sie alle Golden Circle-Vorschläge an einer geeigneten Fläche. Alle Teilnehmenden erhalten drei Klebepunkte. Nun soll jede Person entscheiden, welches „Wieso“, „Wie“ und „Was“ ihn oder sie am meisten überzeugen konnte. Dazu wird auf das entsprechende Post-it ein Klebepunkt platziert. Isolieren sie für „Wieso“, „Wie“ und „Was“ jeweils die zwei Post-its mit den meisten Klebepunkten und platzieren die „Sieger“ gut sichtbar oben auf der Fläche. Tipp: Bitten Sie die Teilnehmenden sich nicht abzusprechen oder zu beraten, sondern möglichst stumm ihre Klebepunkte zu verteilen.
Die Teilnehmenden haben jetzt die Aufgabe sich pro Anekdote, Zahl/Studie und Kernaussage auf ein bis zwei Sätze, die das Projekt am besten beschreiben, zu einigen. Hierbei können Sie natürlich die bereits vorhandenen Post-its nutzen, aber auch neue Post-its beschreiben. Das Ziel ist, dass ein Pitch entsteht, der alle Teilnehmenden überzeugt. Tipp: Auch wenn natürlich alle Teilnehmenden mit der Lösung letztendlich zufrieden sein sollen, achten Sie darauf, dass sich die Teilnehmenden nicht in endlosen Diskussionen verlieren.
Verbleibe, Erfüllung der Erwartungen klären, Feedback für Moderation und Verabschiedung. Tipp: Lesen Sie zur Gestaltung des Outros die Anleitung „Grundlagen für Workshops“. Beispiele
Und danach?
Nach dem Workshop sollte der entwickelte Golden Circle nicht einfach in einer Schublade verschwinden, sondern getestet werden. Pitchen Sie den Golden Circle gegenüber KollegInnen, KundInnen, PartnerInnen etc. und holen Sie sich Feedback ein. Nutzen Sie den Golden Circle als gemeinsame Vision für die interne Kommunikation und als überzeugende, inspirierende Kurzdarstellung Ihres Projekts nach außen.