Sachsen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Mikroelektronik-Standorte Europas entwickelt: Mehr als 3.600 Unternehmen und rund 76.000 Beschäftigte arbeiten in der Branche, jeder dritte Mikrochip aus europäischer Produktion stammt aus dem Freistaat. Investitionen und Ansiedlungen internationaler Unternehmen wie Infineon, Bosch oder TSMC treiben diese Entwicklung weiter voran. Es stellen sich die Fragen:
Wo stehen wir momentan in Sachsen? Was können wir aus den bisherigen Entwicklungen lernen? Und wie könnte sich der Standort Sachsen in Zukunft entwickeln?
Genau darum ging es im April in unserer Geschäftsstelle in Dresden bei unserer Veranstaltung „Großansiedlungen in Sachsen: Chancen ergreifen und Herausforderungen gemeinsam lösen“. Die geladenen Gäste diskutierten darüber, wie die sächsische Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahrzehnte weitergeführt werden kann. Dabei überzeugten nicht nur der Ausblick, sondern auch die Inhalte.
Diskussion und Austausch über den Dächern von Dresden
Die Podiumsdiskussion war das Herzstück unseres Abends. Die Expertinnen und Experten waren sich einig: Großansiedlungen sind der Motor für Sachsen. Und das ist kein Zufall. In Sachsen kommen Rahmenbedingungen zusammen, die über Jahrzehnte gemeinsam geschaffen wurden: eine Verwaltung, die Unternehmen auf Augenhöhe begegnet, ein diversifiziertes, belastbares Ökosystem, eine breite, regionale Expertise.
Diskutiert wurde unter anderem die Rolle von Großansiedlungen….
…. im Zusammenhang mit der angespannten Fachkräftesituation, bei der große Unternehmen einerseits als Pull-Faktor für die regional dringend benötigten ausländischen Fachkräfte fungieren. Andererseits sind aber gerade KMU darauf angewiesen, dass auch regional weiter ausgebildet wird, da kleinere Unternehmen in diesem Radius Arbeitskräfte gewinnen. Einen wichtigen Baustein liefern außerdem die sächsischen Universitäten und Hochschulen, die im engen Austausch mit Unternehmen der Region Studienangebote auf die Bedarfe von Ansiedlungen anpassen.
…. in Bezug auf die Resilienz von Deutschland und Europa, die nicht zuletzt durch die immer volatilere geopolitische Lage zu einer zentralen Sicherheitsfrage geworden ist. Halbleiter sind ein wichtiger Bestandteil von resilienten Systemen. Gleichzeitig herrschen hier momentan noch große Abhängigkeiten im außereuropäischen Raum. Nicht nur die Großansiedlungen im Raum Dresden helfen, Abhängigkeiten zu reduzieren, sondern auch das komplette Ökosystem rund um diese Unternehmen.
…. als “Good Corporate Citizens”, die ihre gesellschaftliche Verantwortung in der Region wahrnehmen müssen. Denn: Eine zentrale Dimension für den Erfolg von Großansiedlungen ist die gesellschaftliche Akzeptanz, die nur wirklich erreicht wird, wenn sich Unternehmen aktiv vor Ort einbringen. Das kann das Sponsoring von Sportveranstaltungen sein oder eine aktive Rolle bei der Ausbildung von Fachkräften.
Für alle Interessierten, die den Livestream der Diskussion verpasst haben, gibt es den Mitschnitt hier zum Nachschauen:
Hochkarätig besetztes Podium vor Ort
Es diskutieren auf dem Podium:
- Prof. Dr. Angela Rösen-Wolff, Prorektorin Forschung und Technologietransfer, Technische Universität Dresden
- Lukas Rohleder, Hauptgeschäftsführer, IHK Dresden
- Dr. Marita Wenzel, Expertin für Halbleiter‑Ansiedlungen, öffentliche Förderprogramme und Innovationsberatung, VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
- Ludger Baba, Mitglied des Vorstands, empirica ag
- Christoph Zimmer-Conrad, Stabsstelle Ansiedlungen, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz (SMWA)
- Dr. Dirk Drescher, Geschäftsführer 300mm Halbleiterfabrik in Dresden, Bosch
Die Diskussion wurde geleitet von unserer Kollegin Julia Kaltschew, Leitung "Geschäftsentwicklung" im Bereich „Elektronik- und Mikrosysteme“ (EMS) bei der VDI/VDE-IT. Christine Weiß, Geschäftsführerin bei der VDI/VDE-IT, sprach das Grußwort.
Nach der Diskussion ließen alle Teilnehmenden beim persönlichen Austausch mit Blick auf den Dresdener Zwinger den Abend gemeinsam ausklingen.